Sommer mit Hund: Tipps für heiße Tage

Sommer, Sonne, warme Temperaturen – für uns Menschen gehören sie zu den schönsten Seiten des Jahres. Für Hunde kann große Hitze dagegen schnell anstrengend und belastend werden. Besonders bei einer Hitzewelle braucht es deshalb etwas mehr Aufmerksamkeit und Rücksicht im Alltag.

Wann ist die beste Zeit für den Spaziergang? Wie kann man den Hund bei Hitze unterstützen? Was sollte man unbedingt vermeiden? Und woran erkennt man, dass es dem Hund zu warm wird?

Darüber haben sich Caro und Luca aus unserer neusten Podcastfolge „Stray Talk: Sommer mit Hund“ ausgetauscht. Beide berichten, wie sich durch ein paar einfachen Anpassungen ein heißer Sommertag für Mensch und Hund angenehm und sicher gestalten lässt.

Gassi gehen bei Hitze: Weniger ist manchmal mehr

Bei hohen Temperaturen sollte der gewohnte Tagesablauf angepasst werden. Lange Spaziergänge gehören möglichst in die kühleren Morgen- und Abendstunden. Gerade bei einer Hitzewelle kann es sinnvoll sein, die große Runde bereits früh morgens zu machen, wenn sich die Umgebung über Nacht noch abgekühlt hat. Auch am Abend bietet sich ein später Spaziergang an.

Während der heißesten Stunden des Tages reicht häufig eine kurze Runde zum Lösen. Der Hund muss bei 30 Grad und mehr nicht sein gewohntes Bewegungsprogramm absolvieren. Wichtig ist dabei, auf den eigenen Hund zu achten. Viele Hunde zeigen von selbst, dass ihnen die Hitze zu schaffen macht: Sie bewegen sich weniger, suchen Schatten oder einen kühlen Untergrund und schlafen deutlich mehr.

Das sollte man ernst nehmen. Ruhe ist an heißen Tagen kein Zeichen von Langeweile, sondern eine wichtige Möglichkeit für den Körper, mit der Wärme umzugehen. Besondere Vorsicht gilt bei Welpen, älteren Hunden sowie Hunden mit gesundheitlichen Problemen. Auch Hunde mit eingeschränkter Atmung können besonders empfindlich auf hohe Temperaturen reagieren.

Wasser gehört bei Hitze immer ins Gepäck

Ausreichend Flüssigkeit ist an heißen Tagen besonders wichtig. Deshalb sollte auf jedem Spaziergang Wasser für den Hund dabei sein. Eine faltbare Trinkschale oder eine spezielle Trinkflasche für Hunde lässt sich unkompliziert mitnehmen. Auch zu Hause sollte jederzeit frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Manche Hunde trinken bei Aufregung oder nach einem aufregenden Spaziergang zunächst erstaunlich wenig. Gerade Hunde, die sich in einer neuen Umgebung befinden oder viele neue Eindrücke verarbeiten müssen, können das Trinken schlicht vergessen. Hier kann es helfen, nach dem Spaziergang zunächst für Ruhe zu sorgen. Manche Hunde müssen erst einmal herunterkommen, bevor sie in Ruhe trinken.

Die Wohnung bei einer Hitzewelle möglichst kühl halten

Nicht nur draußen bei Spaziergängen kann es für Hunde zu heiß werden. Besonders Wohnungen im Dachgeschoss können sich an heißen Tagen stark aufheizen.

Deshalb sollten möglichst kühle Rückzugsorte geschaffen werden. Vorhänge, Rollos oder geschlossene Fenster während der heißesten Stunden können dabei helfen, direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Auch Badezimmer mit Fliesen oder andere Räume, die sich weniger stark aufheizen, können für Hunde angenehme Rückzugsorte sein.

Ein kühler Schattenplatz, ein Fliesenboden oder ein ruhiger Raum können auch bereits ausreichen. Entscheidend ist, dass der Hund die Möglichkeit hat, sich selbst einen angenehmen Platz zu suchen und selbst entscheiden kann, wo er liegen möchte.

Hund bei Hitze abkühlen: Was wirklich hilft

Es gibt viele Möglichkeiten, Hunden an heißen Tagen etwas Abkühlung zu verschaffen. Dabei gilt: Nicht jeder Hund mag dasselbe. Eine Kühlmatte kann für den einen Hund angenehm sein, während ein anderer sie komplett ignoriert. Deshalb sollte man verschiedene Möglichkeiten ausprobieren und dem Hund die Entscheidung überlassen.

Geeignete Möglichkeiten können sein:

  • eine Kühlmatte anbieten
  • einen kühlen Liegeplatz schaffen
  • eine flache Wanne oder einen Hundepool bereitstellen
  • eine Schleckmatte oder kleine Portionen Obst oder Gemüse einfrieren
  • Hundeeis anbieten

Besonders praktisch können gefrorene Schleckmatten sein: Sie beschäftigen den Hund und bieten gleichzeitig eine Möglichkeit zur Abkühlung. Bei selbstgemachten gefrorenen Snacks sollte darauf geachtet werden, dass der Hund keine großen, harten Stücke auf einmal verschlucken kann.

Ein kühler Schattenplatz, ein Fliesenboden oder ein ruhiger Raum können auch bereits ausreichen. Entscheidend ist, dass der Hund die Möglichkeit hat, sich selbst einen angenehmen Platz zu suchen.

Fellpflege im Sommer

Bei Hunden mit langem Fell oder viel Unterwolle spielt die Fellpflege im Sommer eine wichtige Rolle.

Regelmäßiges Bürsten kann dabei helfen, lose Unterwolle zu entfernen. Wenn eine Hitzewelle bevorsteht, kann es sinnvoll sein, die Fellpflege rechtzeitig zu planen und gegebenenfalls professionelle Unterstützung durch einen Hundefriseur in Anspruch zu nehmen.

Das Fell eines Hundes sollte allerdings nicht einfach pauschal geschoren werden. Welche Pflege sinnvoll ist, hängt vom Felltyp und vom individuellen Hund ab.

Diese Dinge solltest du bei Hitze vermeiden

Einige Situationen sind für Hunde bei hohen Temperaturen besonders gefährlich und sollten unbedingt vermieden werden.

Hunde niemals im Auto zurücklassen

Auch für einen kurzen Einkauf sollte ein Hund bei sommerlichen Temperaturen nicht allein im Auto bleiben. Ein geöffnetes Fenster macht das Fahrzeug nicht zu einem sicheren Aufenthaltsort. Die folgende Abbildung zeigt die Hitzentwicklung im Auto an warmen Sommertagen.

Bei großer Hitze auf Sport verzichten

Joggen, Fahrradfahren oder ausgiebiges Toben sollten bei hohen Temperaturen nicht auf dem Programm stehen. Auch wenn der Hund scheinbar noch Energie hat, kann körperliche Anstrengung bei Hitze schnell zu einer Überlastung führen.

Den Hund nicht in der prallen Sonne warten lassen

Ein Hund sollte bei hohen Temperaturen nicht vor einem Geschäft oder an einem anderen Ort in der Sonne angebunden werden. Wenn möglich, bleibt der Hund an besonders heißen Tagen lieber an einem kühlen Ort zu Hause.

Kein unnötiges Anziehen

Zusätzliche Kleidung kann die Wärmebelastung erhöhen. Kleidung sollte deshalb nur getragen werden, wenn sie aus einem guten Grund notwendig ist.

Hitzeschlag beim Hund: Warnzeichen ernst nehmen

Aus starker Wärmebelastung kann schnell ein medizinischer Notfall werden. Deshalb ist es wichtig, die Signale des eigenen Hundes zu kennen.

Starkes Hecheln kann bei Wärme zunächst normal sein. Alarmzeichen sind jedoch beispielsweise ungewöhnlich starkes oder panisches Hecheln, eine sehr weit heraushängende Zunge, starker Speichelfluss, deutliche Schwäche oder wenn der Hund sich hinlegt und nicht mehr aufstehen möchte. Wenn ein Hund deutlich überhitzt wirkt, sollte er nicht zu weiterer Bewegung gezwungen werden.

Das Wichtigste ist zunächst, Ruhe zu bewahren und den Hund aus der Hitze an einen kühlen Ort zu bringen. Wenn ein Hund deutlich überhitzt wirkt, sollte er nicht zu weiterer Bewegung gezwungen werden.

Bei deutlicher Überhitzung oder Verdacht auf einen Hitzeschlag sollte sofort tierärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Jeder Hund ist anders

Nicht jeder Hund kommt gleich gut mit Hitze zurecht. Alter, Fell, körperliche Verfassung und individuelle Empfindlichkeit spielen eine Rolle. Deshalb gibt es nicht die eine perfekte Lösung für alle Hunde.

Beobachte deinen Hund und achte darauf, welche Situationen ihm guttun. Manche Hunde lieben Wasser, andere möchten damit nichts zu tun haben. Manche nutzen eine Kühlmatte gerne, andere suchen lieber den kühlen Boden auf.

Auch bei Produkten zur Abkühlung lohnt es sich, nicht jedem Trend blind zu folgen. Erfahrungen anderer Hundehalter können hilfreich sein, entscheidend ist aber immer, was zum eigenen Hund passt.

Bei Hitze darf der Hund einfach mal nichts tun

Einer der wichtigsten Punkte für einen entspannten Sommer mit Hund: Es muss nicht jeden Tag etwas passieren. Wenn es draußen sehr heiß ist, sind kürzere Spaziergänge, weniger Bewegung und viele Ruhephasen völlig in Ordnung.

Gerade als Hundehalter kann dabei schnell ein schlechtes Gewissen entstehen. Man möchte seinem Hund schließlich Beschäftigung, Bewegung und Abwechslung bieten. Doch bei einer Hitzewelle ist weniger manchmal genau das Richtige.

Beschäftigung kann nach drinnen verlegt werden. Ruhige Suchspiele, Schnüffelaufgaben oder eine Schleckmatte bieten Abwechslung, ohne den Hund körperlich stark zu belasten. Und manchmal ist die beste Beschäftigung an einem heißen Sommertag schlicht ein kühler Schlafplatz und ganz viel Ruhe.

Du möchtest noch mehr über das Thema erfahren? In unserer Podcastfolge „Sommer mit Hund“ dreht sich alles um die Frage, wie Hunde gut durch heiße Sommertage und Hitzewellen kommen.

Hinweis: Die Informationen in diesem Beitrag dienen als allgemeine Tipps und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen oder Anzeichen einer Überhitzung sollte immer eine Tierärztin, ein Tierarzt oder eine Tierklinik kontaktiert werden.